DIES IST KEIN TEXT ÜBER [MAJORKA].


Dies ist ein Text über Mallorka.

Wir Europäer ballern für unsere Urlaubsflüge Zigmillionen Kilo Kerosin per anno in die Luft. Aber: Scheiß drauf … Malle ist nur einmal im Jahr! Ole, Ole und Schalalalalaa

Und der Flug war aber auch günstig. Nein was hab ich einen billigen Flug gefunden ich sag’s euch! Bei Opodo.de war ja ein Direktflug von München für 120€ mit Lufthansa drin. Da dachte ich mir schon supi! Dann hab ich bei Swoodoo.de aber einen um 6:00 morgens für 40 Euro gefunden. 40 Euro!! Mensch klasse dacht ich, des ist mein Flug! Aber dann is mir ja noch momondo.de eingefallen. Momondo.de he. Da gabs halt noch einen Stehplatz neben der Bordtoilette, ohne Gepäckmitnahme von Memmingen um 3:45 für 3,50. 3,50! Geeeiiiiiieeeeeeelll!!! Nur für den Tomatensaft, auf den ich mich schon das ganze Jahr gefreut habe, muss ich jetzt eben 15€ extra zahlen. Aber egal. Immerhin war der Flieger dafür von Ryan Air!

Ja, ich sags euch: es lohnt sich einfach fünf Sommer-Feierabende vor dem Laptop zu investieren und auf Schnäppchenjagt zu gehen! Und sobald ich die Billigflugtickets auf Recyclingpapier ausgedruckt und vor mir liegen hatte, kam ich total in Urlaubsstimmung. Und mein Kopf begann sich schon einmal mental auf den Urlaub vorzubereiten:

Die Heimat hier doch das Zuhause daaa…
In Mallorkaaaa. In Mallorkaaaa.
Die Regierung hier doch der König daaa…
In Ma  llor  ka.

Mit Augenringen wie Gollum stand ich dann nach einer Shuttle-Bus-Fahrt für 29€ am Mallorka-Gate in Memmingen. Dort fühlte ich mich sofort unter Freunden. Und wieder erklang in meinem Kopf ein Lied:

Wir sind die, die auf die Umwelt scheißen. Oh oh oh e oh!
Während wir in unsere Leberkässemmel beißen. Oh oh oh ohe oh!

Die Lebeerkässemmel gab es nämlich für 7,99 direkt beim Flughafen-Ditsch. Die war zwar teurer als der Flug, aber immerhin war der Geschmack genauso billig. Am Gate sah ich bekannte Gesichter. Nicht das ich Lukke, Simon und Baschti wirklich gekannt hätte – aber ihre rotbäckigen Gsichter hätten wirklich die von Lukke Simon und Baschti aus meiner Grundschulklasse sein können. Ein bisschen angedüdelt und ein bisschen nervös standen die drei in nagelneuen Flamingo-Smokings und einer aufblasbaren Brezel unterm Arm vor dem Franziskaner-Automaten.

Ebenso richtig aufgebrezelt: Ein Jungesellinnenabschied, mit 7 unzertrennlichen Freundinnen. Für immer vereint durch den Schützenverein, den Heimatverein und den Volkstanzverein.
Mit pinken Tütüs und so richtig peinlichen Partyaufgaben. Hihi.

Die Mädels trugen Aufklebe-Moustages – die einen als Gag die anderen um ihren natürlichen Bartwuchs zu überdecken. Richtig gute Idee.

Hier stößt man an! … Seine Grenzen der Vernunft.
Hier liegt man sich in den Armen … Vierteln ein Häuschen für den Ruhestand zu.
Hier findet man was man sucht … gefährdende Drogen nennt.

Währen ich Steffi ein Kondom und einen Taschendildo abkaufe, marschiert der FC Unterallers-au durch die Sicherheitskontrolle und stimmte eine Hymne an. Nach und nach sang das ganze Gate mit:

Hier wirft man seine Sorgen. Hier wirft man seine Sorgen.
Über Bord ins weiter Meer. Über Bord ins weiter Meer.
Und bleibt noch was übrig. Und bleibt noch was übrig.
Speibt man es einfach hinterher. Speibt man es einfach hinterher.

Ich schließe die Augen. Und denke: Das wird ein richtig schöner Urlaub.

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